UFO: Aftermath


Einleitung

"Die Nationen der Welt werden sich vereinen müssen, denn der nächste Krieg wird ein interplanetarischer Krieg sein. Eines Tages werden sich die Völker der Erde zu einer gmeinsamen Front zusammenschließen müssen, um sich gegen Angriffe von anderen Planeten zur Wehr zu setzen." - General Douglas MacArthur, 1955 -

Soweit sind wir in der Realität noch lange nicht, im PC Spiel UFO Aftermath sieht es dagegen schon ganz anders aus. Am 25. Mai 2004 umkreiste ein gigantisches Raumschiff die Erde und setzte dabei Sporen in die Atmosphäre frei, die die Welt verdunkelten, die sogenannte "Phase der Dämmerung". Nach einiger Zeit regneten die Sporen vom Himmel herab und in dieser "langen Nacht", wie diese Zeit genannt werden sollte, wurde die Umwelt verseucht und fast jedes Leben auf dem Planeten ausgelöscht. Nur eine handvoll Menschen, die sich in unterirdische Bunker mit autonomer Versorgung retten konnten überlebten diesen Angriff...





Gameplay

Soviel zum Hintergrund des Spiels. Mittlerweile haben sich die Menschen aus ihren Bunkern gewagt und eine verfallene Welt vorgefunden. Sie haben sich organisiert um dem außerirdischen Angriff zu begegnen. Der Oberbefehl für diese Aufgabe liegt in Händen des Spielers. Doch bevor man das erste Mal auf außerirdische trifft muss man sich mit Mutanten, den sogenannten Transgenanten, herumschlagen, die aus irgendeineam Grund umherstreifen.

Beim Spielstart darf man sich erst einmal den Schwierigkeitsgrad einstellen und das Startgebiet wählen.
Der Schwierigkeitsgrad teilt sich auf in leicht, normal und schwer, doch selbst der leichteste Schwierigkeitsgrad war so schwer, dass laut offiziellem Forum viele Spieler entnervt aufgaben, da die Aliens gerade in wichtigen Schlüsselmissionen nur mit viel Glück zu besiegen waren. Dies hat sich glücklicherweise mit dem Erscheinen des 1.3er Patches geändert, der den Verzweiflungsfaktor enorm gesenkt hat.
Das Startgebiet hat deutlich weniger Einfluss auf das Spielgeschehen als der Schwierigkeitsgrad. Zur Auswahl stehen die USA, Europa und Asien.
Nachdem man sich nun entschieden hat ein Spiel zu beginnen erscheint nach kurzer Ladephase im Hintergrund die UFO-Fans wohlbekannte zoom- und drehbare Erdkugel. Doch bevor man loslegen kann wird man gefragt, ob man ein Tutorial spielen möchte. Anfänger sollten diese Frage mit einem klaren Ja beantworten, denn das Tutorial erklärt essentielle Dinge des taktischen Kampfes. Auf den taktischen Kampf werde ich noch später eingehen.

Nach dem Tutorial erhält man erst einmal eine Begrüßung vom Rat der Erde, der einem die Kontrolle und die Verantwortung über die verbliebenen Ressourcen der Menschheit gibt und im weiteren Spielverlauf nur eine untergeordnete Rolle besitzt. Nun befindet man sich im strategischen Teil des Spieles.



Strategisches Spiel

Im strategischen Teil des Spieles geht es um die Verwaltung der Stützpunkte, der Forschung & Entwicklung, des Personals und der Einsatzbestimmung.
Bei Spielbeginn verfügt man über einem militärischen und einem technischen Stützpunkt. Je nach Startgebiet liegen sie in den USA in Denver und Housten, in Europa in Berlin und Paris und in Asien in Delhi und Lhasa. Es gibt drei Sorten von Stützpunkten von denen jede sehr wichtig ist, später kommt noch eine vierte Sorte hinzu. Ein Stützpunkt kann jederzeit in einen anderen Stützpunkt umgebaut werden, dies dauert jedoch 24 Stunden, in denen der Stützpunkt keine Funktion erfüllen kann. Hier die Stützpunkte und ihre Funktionen:

Stützpunkt Funktion
Militär

Militärische Stützpunkte sind die Ausgangsbasen für Kampfeinsätze jeglicher Art. Jeder militärischer Stützpunkt verfügt über eine Staffel Abfangjäger (bestehend aus drei Flugzeugen), nur von diesen Stützpunkten aus können UFO´s abgefangen werden. Außerdem kann der Transporthubschrauber für die Truppentransporte mit den Soldaten nur auf einem militärischen Stützpunkt landen und auch nur von hier aus starten. Da der Hubschrauber mit den Soldaten (vorerst) nicht ohne Zeitverlust von Basis zu Basis bewegt werden kann ist es ratsam, den Hubschrauber taktisch günstig zu positionieren. Gebiete um militärische Stützpunkte sind sicherer, als die Gebiete um die andere Stützpunkte herum.

Forschung

Forschungsstützpunkte dienen zur Beschleunigung der Forschungsentwicklung. Je mehr Stützpunkte dieser Art vorhanden sind, desto schneller kann eine aktuelle Forschung abgeschlossen werden.

Technik

Technikstützpunkte haben eine ähnliche Funktion wie die Forschungsstützpunkte und dienen zur Fertigstellung von Entwicklungen oder nützlichen Waffensystemen und ähnlichem. Je mehr Technistützpunkte man besitzt, desto schneller wird eine Entwicklung fertiggestellt.

Anti-Biomasse

Diese Sorte von Stützpunkten wird erst im späteren Verlauf des Spieles verfügbar.

Stützpunkte können erobert, aber auch verloren werden. Eroberte Stützpunkte können entweder alte, verlassene Militärbasen sein oder Alienstützpunkte, die man an sich reißen konnte. Aus den zwei Stützpunkten zu Beginn werden im Laufe des Spieles immer mehr.

Das Personal, sprich die Soldaten, muss auch verwaltet werden. Hier kann man die Soldaten mit der vorhandenen Ausrüstung ausstatten. Dabei wird unterteilt in Handfeuerwaffen, Gewehre, Schwer, Andere und Rüstung.
In den Bereich der "Handfeuerwaffen" fallen Pistolen, Maschinenpistolen sowie später erforschte leichte Waffen mit kurzer Reichweite. "Gewehre" sind zielgenauer und haben eine höhere Reichweite, in diese Kategorie fallen vom Sturmgewehr über Scharfschützengewehre bis hin zu später erforschbaren Lasergewehren verschiedene Waffentypen. In die Kategorie "Schwer" gehören alle Sorten von schweren Waffen wie z.B. Granatwerfer, Raketenwerfer und später sogar kleine, mobile Geschützstellungen. Unter "Andere" kann man sich schwer was vorstellen, hier findet man aber alles was nicht zu den normalen Schusswaffen gehört. Das wären alle Sorten von Handgranaten, das MedKit und später noch besondere erforschte Gegenstände. Aus dem Bereich "Rüstung" wählt man für seine Soldaten die passende Schutzkleidung, von denen es im Laufe des Spiels auch mehrere Varianten geben wird.
Das Ausrüstungslager ist anfangs sehr spärlich gefüllt. Neue Waffen und Ausrüstung erhält man nur während nach einer erfolgreich abgeschlossenen Kampfmission. Dabei findet man bei normalen Missionen nur die von den Feinden benutzte Ausrüstung, bei eroberten Basen noch das, was sich in der Waffenkammer befand.
Die Auswahl an Handfeuerwaffen und Gewehren ist im Spielverlauf sehr groß und gerade hier wird man viele Waffen eventuell aus Spielen wie Counterstrike oder Tactical Operations wiedererkennen - die Entwickler haben sie wie man sieht viel Mühe gemacht.
Die Soldaten können im Personalmenu aber nicht nur ausgerüstet werden. Hier kann man verschiedene Statistiken über die Soldaten einsehen, im Falle einer Verletzung auch wie lange die Person nicht einsatzfähig ist oder das Personal weiter ausbilden lassen.
Jeder Soldat hat nämlich Attribute, die sich durch Erfahrung bei Kampfeinsätzen steigern lassen - oder im Laufe einer Ausbildung, z.B. zum Scharfschützen. So werden die Soldaten im Laufe der Zeit immer besser - es sei denn, sie sterben im Einsatz.

F&E, Forschung und Entwicklung, ist ein weiterer Bereich des strategischen Spiels, der im Hintergrund abläuft. Den Forschern und Technikern sollte ständig eine Betätigungsfeld zugewiesen werden, um keine Ressourcen zu verschwenden, da Forschung und Entwicklung Zeit verbrauchen, bis Ergebnisse geliefert werden. Ohne Forschung und Entwicklung wird man keine effektiven Waffen erhalten und auch keinen Weg finden, um die Bedrohung für die Menschheit zu eleminieren.

Sind alle Soldaten ausgerüstet und Techniker und Forscher beschäftigt, kann man die Zeit laufen lassen. Zeit ist ein wesentlicher Faktor im Spiel, die man jederzeit stoppen und in drei Stufen ablaufen lassen kann. Wenn die Zeit läuft sieht man die Uhrzeit rennen und Tag und Nacht über die Erde wandern. Sobald ein Ereignis eintritt wird die Zeit automatisch gestoppt und man wird über die Art des Ereignisses informiert. Dies kann eine neue Mission, ein gesichtetes UFO oder eine Nachricht aus F&E oder Personalbereich sein

Im Falle eines gesichteten UFO´s sollte man es abfangen. Vom nächsten Militärstützpunkt startet dann eine Jägerstaffel und geht auf Abfangkurs. Sobald das UFO erreicht worden ist (manchmal ist es zu schnell) öffnet sich ein kleines Fenster, in dem man den Verlauf des Luftkampfes sehen kann. Leider kann man keinen Einfluss nehmen bis auf die Möglichkeit des Rückzuges oder "Weiter", dann wird das kleine Video übersprungen und der Ausgang des Luftkampfes sofort angezeigt. Leider hat man nach einem Dutzend Luftkämpfen alle Filmchen zum Luftkampf gesehen und ohne der Möglichkeit einer echten Einflussnahme verkommt das auch zu einem bloßen Glücksspiel. Am Ende des Luftkampfes erfährt man wie viele der eigenen Flugzeuge den Kampf überstanden haben, die auch sogleich den Rückflug antreten. War das UFO siegreich fliegt es von dannen, war die Abfangstaffel siegreich wurde das UFO entweder völlig zerstört oder ist abgestürzt, was in einer neuen Mission zur Bergung des UFO´s resultiert. Mitunter muss man aber auch einen der eigenen abgestürzten Piloten bergen. UFO´s gibt es in verschiedenen Varianten, die meisten werden von drei kleineren UFO´s zur Verteidigung begleitet. Je größer das UFO, desto gefährlicher ist es auch. UFO´s können auch unter Umständen eine der Stützpunkte angreifen - in diesem Fall muss man sie wieder befreien.

Missionen sind ein grundlegender Bestandteil des Spiels. Anfangs kontrolliert man nur ein kleines Gebiet auf der Weltkarte mit zwei Stützpunkten. Das von Menschen kontrollierte Gebiet muss ausgeweitet werden - und das neue Gebiet muss verteidigt werden. Im strategischen Spiel wird man über neue Missionen informiert, die man einfach ignorieren, delegieren oder akzeptieren kann. Ignoriert man sie kann man sie später aufnehmen. Delegieren kann man nur einfache Missionen - Basen erobern, verteidigen oder Spezialmissionen muss man selber durchführen. Bei delegierten Missionen hat man auch keinen Einfluss auf den Ausgang der Mission - ein Misserfolg kann sogar dazu führen, dass der Feind Teile des Gebietes zurückerobert. Wenn man eine Mission akzeptiert startet der Transporthubschreiber, der maximal sieben Soldaten aufnehmen kann, zum Zielort. Die meisten Missionen verlangen eine bestimmte Anzahl an Gegnern auszuschalten, um das Zielgebiet zu säubern. Jedoch gibt es auch Missionen mit detaillierteren Aufgaben. So müssen Transgenanten lebend gefangen werden, um an ihnen forschen zu können, abgestürzte Piloten gerettet werden oder Objekte im Zielgebiet zerstört oder geborgen werden. Um abgeschossene UFO´s zu bergen oder neue Basen zu erobern muss man zweigeteilte Missionen erfüllen. Der erste Teil ist oberirdisch und besteht darin, sich zum Eingang zum UFO oder der Basis durch zu kämpfen. Hier fiel mir äußerst negativ auf, dass die Karten zum Eingang der Alien Basen immer gleich aussehen und man dort immer an derselben Stelle beginnt - und das auch noch quasi auf dem Präsentierteller der Aliens, die einen direkt ins Kreuzfeuer nehmen. Vor dem 1.3er Patch war dies eine der krisenreichsten Stellen des Spiels. Sobald die Soldaten den markierte Bereich für den Eingang erreicht haben kann man den zweiten Teil der Mission starten. Man erhellt dann eine List der Soldaten, die in diesem Bereich stehen. Diese Liste sollte man genau überprüfen: Steht ein Soldat nämlich nicht im markierten Bereich und somit nicht in der List und startet man den zweiten Teil der Mission, so ist dieser Soldat unwiederbringlich verloren! Im zweiten Teil einer solchen Mission befindet man sich nun im UFO bzw. in der Basis. Hier müssen die Räumlichkeiten von einer vorgegebenen Anzahl an Feinden gesäubert werden. Ist dieses Ziel erreicht ist die Mission erfolgreich abgeschlossen und das UFO geborgen bzw. eine neue Basis errichtet. Mit der Eroberung einer neuen Basis weitet sich das eigene Einflussgebiet weiter aus und man erhält eine größere Zahl neuer Ausrüstungsgegenstände. Neu eroberte Basen sind immer Militärbasen, können aber natürlich umgebaut werden.
Während im strategischen Spiel nun globale Aufgaben erledigt und Missionen ausgewählt werden startet mit Beginn jeder Mission das taktische Spiel.



Taktisches Spiel

Das taktische Spiel ist das eigentliche Herzstück von UFO Aftermath.
Sämtliche Kampfeinsätze finden nämlich auf einem dreidimensionalen, dreh- und zoombaren Spielfeld statt. Durch die drehbare Kamera kann man das Geschehen aus allen Blickwinkeln betrachten, was zum einen Spaß macht und zum anderen auch manchmal bitternötig ist, wenn irgendein Gegenstand oder Gebäude die Sicht auf das Ziel verdeckt. Das Zoomen selbst ist kein direktes Zoomen sondern eine Kombination aus Zoom und Bildschwenk. Raus gezoomt betrachtet man die Karte aus einem spitzen Winkel, nahezu senkrecht von oben. Je weiter man ranzoomt desto näher kommt man und desto flacher wird der Winkel zur Karte, so dass man bei der nahen Einstellung fast von der Seite auf die Karte blickt. Noch näher an die Karte und die Einheiten kommt man ran, wenn man die * Taste über dem Nummernblock drückt - ideal, um sich mal seine Soldaten aus der Nähe anzuschauen. Mit der Maus und einer Vielzahl von nützlichen Shortcuts hat man die Steuerung des taktischen Spiels somit sehr gut im Griff.
Da der Transporthubschrauber maximal sieben Personen transportieren kann hat man auch nur so viele Soldaten zur Verfügung, wie man zur Mission geschickt hat. Es gibt vereinzelt Missionen, die eine maximale Anzahl an Soldaten vorschreiben.
Die Soldaten stehen bei Beginn der Mission am Rand der Karte mit all ihrer Ausrüstung, die man ihnen im Vorfeld der Mission zugeteilt hat. Von hier aus kann man ihnen den zu gehenden Weg zuweisen. Dabei kann man, wie aus aktuellen Strategiespielen gewohnt, die Soldaten einzeln markieren oder alle auf einmal, indem man einen Kasten um alle Soldaten zieht.
Das Bewegen der Soldaten ist sehr komfortabel gelöst, in dem man jedem von ihnen beliebig viele Wegpunkte zuweisen kann. An jedem Wegpunkt bleibt der Soldat kurz stehen und macht sich dann auf den weiteren Weg. Mit Hilfe der Wegpunkte kann man die Soldaten von Deckung zu Deckung schicken, was Leben retten kann.
Jedem Soldaten kann man desweiteren unterschiedliche Befehle geben. Man kann die Anweisung geben auf ein Ziel zu feuern. Markiert man einen Feind um auf ihn zu feuern wird die Trefferwahrscheinlichkeit angezeigt. Im Einzelschussmodus ist sie höher als bei einem Feuerstoß, dafür macht ein Feuerstoß in der Regeln mehr Schaden. Kann der Soldat den Feind nicht treffen, weil er nicht in seinem Blickfeld liegt, wird dies einem mitgeteilt. Außerdem kann man einen Angriff erzwingen, um Gegenstände auf der Karte zu zerstören. So lassen sich durchaus Zäune zerschießen und herumstehende Autos mit einem Granatwerfer in die Luft jagen. Soldaten können auch Gegenstände werfen, wobei diese Option leider kaum von Nutzen ist, das Handgranaten auch mit dem Angriffsbewehl benutzt werden. Jedem Soldaten kann desweiteren befohlen werden eine Tür zu öffnen, sich gehend oder laufend fort zu bewegen, sich hinzuknien um genauer zu zielen und gleichzeitig ein schlechteres Ziel abzugeben oder einen oder alle gegebenen Befehle ignorieren. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Soldaten in schweren Kampfkombis können z.B. weder laufen noch sich hinknien, dafür aber besonders schwere Geschütze tragen. Unnütze Gegenstände können jederzeit auf dem Boden abgelegt werden, da überladene Soldaten auch wesentlich langsamer gehen als solche mit wenig Ausrüstung. Außerdem muss man in einzelnen Missionen Gegenstände bergen und diese mit sich herumtragen. Sogar verwundete Soldaten oder verwundete humanoide Feinde können auf den Schulter getragen werden, wobei der Träger nur noch langsam voran kommt und keine Waffe mehr benutzen kann.

Wie im strategischen Spiel kann man auch im taktischen Spiel die Zeit nach belieben anhalten oder in drei Stufen unterschiedlich schnell ablaufen lassen. Auch hier wird die Zeit beim Eintritt besonderer Ereignisse automatisch gestoppt. Das ist der Fall, wenn einem Soldaten die Munition ausgeht, ein Feind erblickt wird, der letzte Wegpunkt erreicht worden ist oder die Waffe nachgeladen worden ist. Der Zeitablauf ist aber auch ein wichtiger Punkt, in dem UFO Aftermath als inoffizieller Nachfolger von den alten UFO Spielen abweicht, die rundenbasiert waren. Die Entwickler Altar Interactive haben ihr System "Simultaneous-Action-Kampfsystem" getauft, das versucht eine Kombination aus Echtzeitstrategie und rundenbasierter Strategie zu bilden, was anfangs gerade für Fans der alten UFO Teile sehr gewöhnungsbedürftig ist. Doch nach einigen Missionen hat man sich schnell an das System gewöhnt und ist dann auch sehr dankbar dafür, da man sich nun mehr auf die Taktik und die Action konzentrieren kann. Wo man bei den alten Teilen oft Runde für Runde seine Züge machte, ohne dass etwas geschah, kann man den Soldaten eine Route vorgeben und die Zeit beschleunigen - sobald was passiert, wird automatisch gestoppt. Dies ist besonders nützlich, wenn man auf der Suche nach dem letzten Feind ist und die Karte nun absucht.
Schade ist nur, dass man die vielen Gebäude auf den Karten nicht betreten kann. Gerade in den ersten UFO Teilen war es immer spannend die Häuser nach Aliens abzusuchen und selber an den Fenstern auf den Feind zu lauern und dann aus der Deckung heraus zu schießen.



Langzeitmotivation

Die Feinde im Spiel sind sehr unterschiedlich, jede Art hat ihre eigenen Schwachpunkte und oft auch besondere Arten anzugreifen. So verwenden viele Transgenanten menschliche Waffen, die Aliens ihre eigenen Waffensysteme, einige Transgenanten verfügen über natürliche / biologische Waffen oder greifen mit Psi Attacken an. Gerade in den ersten Spielstunden begegnet man bei Missionen immer wieder neuen Formen von Gegnern und man ist ständig gespannt, worauf man in der nächsten Mission stößt.

Während man am Anfang damit kämpft, das von Menschen kontrollierte Gebiet immer stärker auszuweiten kommen im späteren Verlauf des Spiels neue Ziele hinzu, die sich aus dem Verlauf der Hintergrundgeschichte ergeben. So muss man in speziellen Missionen besondere Gegenstände bergen - zu viel möchte ich nicht verraten, aber eine dieser Missionen führt die Soldaten auch nach Area 51, wo ein Teil des Dreamland Archivs auf seine Bergung wartet. Während man mit der Zeit dann damit beschäftigt ist mehr über die Aliens herauszufinden breitet sich auch noch die Biomasse unaufhaltsam aus, deren Geheimnis auch noch gelüftet werden muss. Auf diese Weise wird die Spannung aufrecht erhalten und das Gefühl erzeugt, dass nicht bloß eine Mission an die andere gereiht wird. Somit wird die Langzeitmotivation aufrecht erhalten, in dem zum einen immer wieder besondere Missionen auf einen warten und zum anderen durch langsame, aber fortschreitende Forschung immer mehr vom wahren Hintergrund offenbart wird - was wiederum darin gipfelt, dass sich neue besondere Missionen erschließen.



Multiplayer

Leider gibt es keinen Multiplayer Modus UFO Aftermath. Ein Coop Modus wäre sehr schön gewesen, aber vom Konzept her wäre eine Umsetzung sicherlich auch nicht sehr einfach. Vor kurzem hat Altar Interactive dafür "ModdingTools" zum Download freigegeben - so können Spieler für Spieler immerhin ein paar nette Mods basteln.





Grafik

Schon bei den ursprünglichen UFO Teilen war nicht die Grafik das Wichtigste am Spiel, sondern die Storyline und die taktischen Kämpfe. UFO Aftermath präsentiert sich mit grundsolider Grafik unter spärlichem Einsatz von Vertex Shader Effekten.
Schon die frei dreh- und zoombare Erdkugel im strategischen Spiel macht viel her und sieht hervorragend aus. Die Menüs sind schön übersichtlich gestaltet und insbesondere bei den Ausrüstungslisten sieht man die Detailarbeit der Entwickler.
Der Schwerpunkt liegt aber auf der Grafik im taktischen Spiel: Auch hier muss man die Arbeit der Entwickler loben. Je nachdem, wo die Mission stattfindet, sieht die Karte anders aus. Ein Einsatz im ewigen Eis führt zu schneebedeckten Flächen und Gebäude in Nordeuropa haben einen anderen architektonischen Stil als solche in Asien. Der Stil, der teilweise sehr düster und trist gehalten ist, mag den einen oder anderen abschrecken, aber das sind auch Assoziationen, die von den Entwicklern gewünscht sind. Insbesondere die Einsatzkarten mit dem städtischen Terraign besitzen einen morbides Flair, denn alles liegt im Schmutz, die Häuser sind verfallen und es herrscht absolut kein Leben vor - so stellt man sich die Welt nach der Apokalypse vor. Dagegen sind die Karten für Einsätze auf dem Land eher langweilig, auf manchen Karten gibt es nicht mehr als Gras und ein paar Felsen. Zwar ist dies auch realistisch, aber das ändert nicht viel an der öden Hintergrundkulisse für die Mission.
Ebenfalls wenig gefallen haben mir die Einsätze in den UFO´s und Basen der Außerirdischen - was weniger an den Details lag sondern an meinen persönlichen Vorstellungen.
Schön ist, dass die Karten für die normalen Einsätze nicht vorgefertigt sind, sondern jedesmal neu generiert werden. So besteht zwar häufig eine Ähnlichkeit, wenn man wieder einem Einsatz im selben Gebiet hat, aber es kommt nicht dazu dass man die Karte schon kennt.

Soldaten und Feinde sind liebevoll animiert, jede einzelne Waffe in den Händen der Soldaten hat seine eigenen Grafiken. Gerade die Transgenanten sind schön unterschiedlich und bewirken ein leichtes Grausen. Gehen, Laufen, Knien, Werfen und Schießen, all das wird überzeugend dargestellt, auch wenn es manchmal ein wenig komisch aussieht, da man die Zeit in der Regel im langsamsten Modus ablaufen lässt. Ein grafisches Feuerwerk sucht man bei den Kämpfen aber leider vergebens. Zwar gibt es auch Explosionen und zischende Laserstrahlen, doch hat man das alles schon mal besser gesehen.
Was es mit dem "Director´s Cut" auf sich hat, der auf der Rückseite der Spielehülle angepriesen wird, konnte ich auch noch nicht so recht herausfinden, ich vermute aber, damit ist eine Art Kamerafahrt auf neu gesichtete Gegner während des taktischen Spiels gemeint. Über Hinweise wäre ich höchst erfreut.





Sound

UFO Aftermath unterstützt zwar EAX, trotzdem konnten mich die Soundeffekte nicht so ganz überzeugen. Hintergrundgeräusche bei den Einsätzen fehlen gänzlich und auch die Sounds der Waffen und Explosionen wirken wenig wuchtvoll und langweilig.
Die Musik dagegen gefiel mir sehr gut und ließ bei mir auch eine passende Stimmung aufkommen.
Die Sprachausgabe beschränkt sich einzig und allein auf die kurzsilbigen Ausrufe der Soldaten während der Einsätze ("There is a grey!") und diese wurden auch nicht ins Deutsche synchronisiert. Das ist schade, denn irgendwie fehlt dadurch dem Spiel etwas Leben.
Die Lokalisation ist somit nicht ganz vollständig und auch im Spiel und im Handbuch haben sich ein paar kleinere Rechtschreibfehler eingeschlichen, was aber bei einer so kleinen und jungen Spieleschmiede zu verzeihen ist.





Hardware

Testsystem

Als Testsystem durfte Tannjews Rechner herhalten. Der ist wie folgt ausgestattet:

CPU
AMD XP 1700+
Mainboard
Epox 8KHAL
Arbeitsspeicher
Samsung 512 MB DDR-Ram (266er) CL2
Grafikkarte
Xelo ATI Radeon 9100 64MB
Festplatte
2 x Maxtor 40GB
Soundkarte
VideoLogic SonicFury
DVD Rom
Creative 12x DVD Rom
Betriebssystem
Windows XP Home Edition

Die Anforderungen von UFO Aftermath schwanken extrem. Während die Mindestanforderungen nur einen PIII 500 MHz oder vergleichbares verlangen, wird ein 2 GHz Prozessor empfohlen. Ohne Grafikkarte mit Vertex Shadern wird man auf die Vertex Shader Effekte verzichten müssen - allerdings werden diese sowieso nur spärlich eingesetzt. Große RAM Mengen werden angeblich nicht verlangt, aber unter 128MB Ram (Mindestanforderung) sollte das Spiel wirklich nur noch sehr zäh ablaufen. Auf der Festplatte werden zwischen 750MB und 1GB belegt.
Mit meinem Testsystem konnte ich UFO Aftermath überwiegend flüssig spielen, nur hin und wieder gab es in dichten Städten oder Waldgebieten leichte Hänger beim scrollen. Ich nehme an, dass bei schwächeren Rechnern mit weniger Ram solche Probleme deutlich häufiger auftreten. Deshalb kann ich auch nicht verstehen, dass nur 256MB Ram als empfohlen aufgelistet wird.
Was mir noch negativ auffiel ist der Kopierschutz der Spiel CD, der offensichtlich hin und wieder Probleme mit meinem DVD Rom Laufwerk hat. Gelegentlich erhielt ich beim Spielstart die Meldung, ich solle die Spiel CD einlegen, obwohl sie noch im Laufwerk lag.





Fazit

UFO Aftermath ist ein grundsolides Spiel, dessen Qualitäten sich erst mit einigen Stunden Beschäftigung entfalten. Denn gerade die Komplexität und der teilweise sehr happige Schwierigkeitsgrad können den Gelegenheitsspieler schnell verschrecken, fesseln aber auf Dauer. Freunde von Strategiespielen, bei denen es nicht darum geht schnell hunderte von Einheiten zu bauen um im Anschluss den Gegner zu überrennen sondern wo wirklich taktisches Vorgehen und Planung von Nöten sind werden jedoch ihre helle Freude haben. Die Hintergrundstory, die sich beständig weiter entwickelt kann auch jene Spieler in ihre Bann schlagen, die nicht Fans der alten UFO Reihe waren. Eben diese Fans werden jedoch zwiegespalten sein: Entweder werden sie dieses Spiel lieben oder total ablehnen, da es sehr viele Ähnlichkeiten gibt und dann doch wieder in weiten Teilen stark abweicht.
Alles in allem kann ich dieses Spiel Freunden des Taktik Genres auf jeden Fall empfehlen und hoffe, dass die kleine Entwicklerstube von Altar Interactive ihre Erfahrungen bei diesem Spiel weise nutzen werden, um weitere Strategie Knaller auf den Markt zu bringen.



Pro Contra
  • Atmosphäre
  • Detailverliebte Ausrüstungsliste
  • Spannende Story
  • Normale Missionskarten werden jedesmal neu generiert
  • Grausig schöne Gegner
  • Schwierigkeitsgrad ohne 1.3er Patch
  • Sprachausgabe nicht synchronisiert
  • Vereinzelt Übersetzungsfehler
  • Kopierschutz der Spiel CD





Gameplay8.4 Punkte 
Story8,5 Punkte
Spielspass8.4 Punkte
Steuerung8,2 Punkte
Langzeitmotivation8.5 Punkte
Multiplayer-
Hardware  
Empfohlene Systemanforderungen :
Pentium 4 2 GHz oder Athlon 2 GHz
512 MB DDR-Ram
1 GB freier Festplattenspeicher
Grafikkarte mit min. 64 MB Ram

Grafik8.2 Punkte 
Technik7.8 Punkte
Visueller Eindruck8.3 Punkte
Animationen7,8 Punkte
Welt Design8.5 Punkte
 

  Offizielle Webseite
  www.ufo-aftermath.com
  Fanseite
  www.ufo-aftermath.de

Sound7.8 Punkte 
Sound Effekte7,8 Punkte
Musik8.3 Punkte
Sprachausgabe7,3 Punkte
Lokalisierung7.5 Punkte
23.12.03
Tannjew

Gesamt8,3 Punkte 
 




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