![]() Einleitung
In Zeiten von Vertex und Pixel Shadern, von DirectX 9 und grafisch immer aufwendiger werdenden Spielen wird es für Computerspieler leider immer schwieriger mit etwas betagteren Grafikkarten wie z.B. meiner guten, alten Vivid!XS (Kyro 2 Chip) auszukommen, die leider nur DX7 Standards erfüllt. Dann steht man vor der Wahl: Zähne zusammenbeißen oder aufrüsten. Wer sich für das aufrüsten entscheidet hat wieder ein Problem, denn die Auswahl reicht von "kaum ein Fortschritt aber billig" bis "rasend schnell aber super teuer".
Auch ich stand vor dieser Wahl, mir viel sie aber sehr leicht: Als Fan von Grafikchips aus dem Hause PowerVR warte ich nun sehnsüchtigst auf deren nächsten Grafikchip, bisher als Serie 5 bezeichnet, der aber leider noch einige Zeit auf sich warten lässt. Also wollte ich eine Grafikkarte mit der ich diese Zeit überbrücken kann. Desweiteren sollte sie möglichst günstig sein, da mein Budget als Student begrenzt ist. Außerdem sollte die Grafikkarte über Vertex- und Pixelshader verfügen, die DirectX 8.1 Standards erfüllen (DX9 als Voraussetzung bei Spielen liegt noch in sehr weiter Ferne) und die GPU sollte nicht von nVidia sein. Nach all diesen Überlegungen stand ich nun vor der Entscheidung: Radeon 9000 oder Radeon 9100.
Technische Daten
Zum Overclocking: Der Speicher der Xelo ATI Radeon 9100 ist von Haus aus unter den von ATI vorgegebenen Spezifikationen getaktet. Da die Radeon 9100 mit dem R200 denselben Kern wie die Radeon 8500 hat lässt sich diese leicht auf ähnliches Niveau hochtakten. Ich habe meine Xelo ATI Raddeon 9100 für Benchmarkzwecke auf 275 MHz Chip- und 400 MHz Speichertakt recht konservativ übertaktet. Lieferumfang und Service
Xelo ist ein recht unbekannter Name und man setzt hier auf möglichst geringe Kosten und somit Preise, was durch Einsparungen beim Lieferumfang erreicht wird.
Zum Lieferumfang: Leider liegen neben dem Cinch Kabel für den TV Ausgang keine weiteren Kabel bei, so dass man sich diese erst kaufen muss, um den TV-Out benutzen zu können, da das mitgelieferte Kabel nur ausreicht wenn der PC direkt neben dem Fernseher steht. Die Treiber CD ist wie nicht anders zu erwarten nicht auf dem neuesten Stand, aber das ist im Zeitalter von DSL und PC Zeitschriften CD´s kein größeres Übel. Das Handbuch erklärt auch nur das allernötigste, detaillierter ist hier nur der englischsprachige Abschnitt.
In den folgenden Benchmarks wurde dieses Testsystem verwendet:
Im Laufe der Benchmarks wurde das Testsystem (bis auf die Grafikkarte, siehe Benchmarkergebnisse) in keinster Weise übertaktet. Benchmarkergebnisse
Anstatt synthetische Benchmarks wie den 3DMark zu verwenden habe ich mich dafür entschieden die Radeon 9100 überwiegend mit Timedemos zu benchmarken. Timedemos haben den großen Vorteil, dass sie die FPS in Spielszenen messen und somit realistische und praxisbezogene Werte liefern. Zuerst habe eine Timedemo von Return to Castle Wolfenstein (Vers. 1.40) verwendet. RTCW verwendet eine aufgebohrte Quake 3 Engine. Da das Spiel etwas älter ist sollte zu erwarten sein, dass die fps (frames per second) im hohen Bereich liegen und das Spiel somit sehr flüssig dargestellt wird. Diese Erwartung wurde auch bestätigt:
Als nächstes habe ich die Radeon 9100 mit einer Timedemo aus UT 2003 (Vers. 2.225) sowie den bei UT 2003 mitgelieferten Benchmarks gebencht. UT 2003 verfügt über eine relativ neue, aufwendige Grafik Engine die auch die Shader der jeweils verwendeten Grafikkarte, aber auch den Arbeitsspeicher und den Prozessor stark beansprucht. Die Timedemo von 3dcenter misst die Frames einer vorher eingespielten Szene mit einem Außenareal und heftigen Kämpfen in einem Gebäude unter Verwendung maximaler Grafikeinstellungen. Die bei UT 2003 mitgelieferten Benchmarks Flyby und Botmatch sind aufgrund ihrer Art leider nicht so genau, werden aber oft verwendet, weshalb ich diese zu Vergleichszwecken auch habe durchlaufen lassen.
Als letzten Benchmark habe ich vier Demo Sequenzen (aufgezeichnete Spielsequenzen) aus dem Spiel Serious Sam - Second Encounter in 16 und 32 Bit laufen lassen. Hierfür verwendete ich Skripte, ebenfalls von 3dcenter, die die höchst möglichen Settings einstellen. Mit den Leistungen kann mand durchaus zufrieden sein:
Wie man leicht erkennen kann ist der Unterschied der Ergebnisse zwischen Standardtaktung und Übertaktung nur sehr gering, so dass es nicht nötig erscheint die ATI Radeon 9100 zu übertakten. Das die Ergebnisse deutlich weiter auseinanderliegen wenn man die Karte stärker übertaktet ist zwar zu erwarten, allerdings ist das Risiko einer Beschädigung der Grafikkarte bei der Übertaktung recht hoch und ich bin nicht gewillt dieses Risiko einzugehen.
Die Ergebnisse selber sind keine Spitzenwerte, aber die kann man von einer Grafikkarte in dieser Preisklasse auch nicht erwarten. Immerhin lassen sich aktuelle Spiele flüssig spielen und das ist das Wichtigste.
Die Xelo ATI Radeon 9100 64MB ist eine sehr günstige Grafikkarte die in ihrem Preissegment nicht nur ansehnliche Leistungen bietet sondern auch noch die DX 8.1 Standards erfüllt. Somit ist sie für jeden Käufer, der eine Grafikkarte sucht die deutlich unter 100 Euro kostet eine hervorragende Wahl. Für sparsame Käufer ist die Xelo ATI Radeon 9100 auf jeden Fall ein Kauftipp!
Datum: 18.04.03
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